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05
2010
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Editorial

Die „moderne“ Haflingerzucht

Samstag, 31 Juli 2010

article thumbnail Was nicht passt, wird passend gemacht. Dieser Satz trifft nicht nur auf Gebrauchsgegenstände des alltäglichen Lebens zu. Nein. Auch in der Tierzucht wird ganz nach diesem Motto gearbeitet. Ein Beispiel für extreme Selektion möchte ich gerne am Erscheinungsbild des Tiroler...
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Frühlingszeit - Fohlenzeit PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Alexander Gamper   
Samstag, 12 April 2008

Ob auf der Koppel, oder in der Semmel... ...................

Alexander GamperNun ist er endlich da. Der Frühling. Ich persönlich bin ja auch der absolute Frühlingsmensch. Alles erwacht zu neuem Leben. Die Vögel singen schon am frühen morgen, es ist wieder länger hell und der Geruch der frischen Erde sagt mir, dass der lange und strenge Winter endgültig vorbei ist.

Aber auch in unseren Pferdeställen tut sich gerade jetzt so einiges. Die Stuten treten schon teilweise ungeduldig am Boden herum. Kein Wunder. Dauert nicht mehr lange und bald schon erblickt der von uns so sehnlichst erwartete Nachwuchs unserer Schützlinge das Licht der Welt. Wie ich mich freue! Es gibt für mich nichts spannenderes! Wie wird das kleine Knäuel wohl aussehen? Hat es mehr von der Mutter, oder eher vom Vater? Vorausgesetzt man kennt den... Aber egal. War es halt ein Koppelunfall. Mein Opa sagte immer: „besser ist einer kommt, als einer geht!“ Ach wie ich mich freue! Und dann der Moment, an dem die Fohlen das erste Mal den Stall verlassen, um im Schatten der Mutter die neue Welt zu erkunden… Einige von Ihnen glauben überhaupt, sie hätten die Welt entdeckt.

Und dann gibt’s noch die anderen – die sich noch nicht ganz vortrauen. Die dich mit Ihren großen, braunen Teddybär Augen zuerst einmal mustern möchten. Ganz zittrig und voller Angst und dennoch neugierig stehen sie dann eben so da. Noch erkennen sie nicht den Ernst der Lage. Und schon ist es passiert. Ein 7 cm langer Eisenstift durchschoss eben die Stirn und zerstörte das Gehirn des süßen Fohlens. Ja, es gibt Tage, an denen man verliert. Nicht so der Besitzer. Der kassierte vorher noch schön brav die Schlachtprämie. Und weil in unserem Breitengrad normalerweise auch kein Pferdefleisch gegessen wird, gibt es natürlich auch keine Pferdemetzger. So wird das kleine Pelzige kurzerhand einfach mit Stromschlägen und Peitschenhieben in den Lastwagen gezerrt und durch halb Europa gekarrt. Egal – denken einige. Aus den Augen, aus dem Sinn – Hauptsache die Kohle stimmt.

Wenn ich nun meinen Text lese, kommen mir fast die Tränen, weil ich weiß, dass das leider der Alltag ist. Im Grunde gibt es da zwei Gruppen von Tierbesitzern, die so einen Tierkindermord forcieren:

A) Eine kleine Gruppe von Bauern, die mit Pferden eigentlich gar nichts am Hut haben und trotzdem irgendwo in einer dunklen Ecke im Kuhstall einen Noriker oder Haflinger hängen haben und B) Züchter, die den Namen Züchter eigentlich gar nicht verdienen, aber ins Schema der Personen der Gruppe A passen.

Hab ich noch was vergessen? Ah ja! Da gibt es natürlich noch die Zuchtverbände, Händler, Metzger und natürlich Amtstierärzte, die auch ihren Beitrag dazu leisten. Solange dieser Personenkreis im großen Stil der Fleischmafia mitverdienen, solange wird es auch den Schlachtpferdehandel geben.

Ich persönlich lehne jede Art von Schlachtpferdehandel ab. Ebenso alle unnötigen Tiertransporte unserer Nutztiere quer durch Europa. Ohne Ausnahme.

Ich wünsche Ihnen wunderschöne Frühlingstage, viel Spaß und Freude mit Ihren Tieren und dass Ihren Fohlen der Besuch bei einer Versteigerung und dem Pferdemetzger erspart bleibt.

 

                                   Ihr Alexander Gamper

                      Managing Direktor reitmeister.com 

Letzte Aktualisierung ( Montag, 02 August 2010 )
 
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