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2010
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Editorial

Die „moderne“ Haflingerzucht

Samstag, 31 Juli 2010

article thumbnail Was nicht passt, wird passend gemacht. Dieser Satz trifft nicht nur auf Gebrauchsgegenstände des alltäglichen Lebens zu. Nein. Auch in der Tierzucht wird ganz nach diesem Motto gearbeitet. Ein Beispiel für extreme Selektion möchte ich gerne am Erscheinungsbild des Tiroler...
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Spieglein Spieglein an der Wand… PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Alexander Gamper   
Dienstag, 27 Juli 2010

Die Turnierzeit im Sommer ist was herrliches. Nicht nur die Gäule sind herausgeputzt. Nein, auch die Besitzer/innen. Mal ehrlich: gibt es was tolleres als eine schwarzbraune Blondine hoch zu Ross mit blitzeblank polierten Stiefeln und Gerte mit Silberknauf?

 

Alexander-Gamper
Alexander Gamper
Da muss Mann gar nicht masochistisch veranlagt sein. Es hat einfach das gewisse Etwas, was Frauen in solchen Momenten ganz besonders erstrahlen lässt.

Aber auch der Herr der Schöpfung scheint ganz genau zu wissen, wie er sein Erscheinen bestmöglich zur Geltung bringen kann. Wie der Gockel auf dem Misthaufen stolziert er durch die Reihen und hält Ausschau nach dem perfekten Turnierweibchen. Ach die Turniersaison ist was herrliches. Und das Beste ist: Spätestens beim Einritt ins Viereck oder in den Parcours hat Frau Herr alle Karten offen gelegt. Da gibt’s dann kein verstecken oder retuschieren mehr. Nein. Sonnenbrillen verdunkelte Augen mustern jeden Zentimeter des Gespanns. Da helfen auch die Donnerhalschen Pluspunkte nicht mehr weiter. Eine Kurve wird im Leben keine Ecke und umgekehrt. Basta. Ein Kilo Blei ist gleich schwer, wie ein Kilo Federn.

Beim Anblick solcher Szenen vergesse ich oft ganz auf die obligatorische Brautschau. Eher beschäftigen mich Fragen wie: Was ist Sport und wann ist Sport Sport? Ist das Pferd der Sportler oder der Reiter – oder beide? Warum gibt es beim Reitsport keine Gewichtsbegrenzung? Beim Auto gibt es ja auch das höchstzulässige Gesamtgewicht…
Noch schlimmer ist es aber abseits der Turniere, zu Hause in den Ställen. Ich finde es interessant und nachdenklich zugleich, wenn Reiter, die selber wie eine Knackwurst herumlaufen von ihren athletischen Pferden immer das Äußerste verlangen…selber schaffen sie nicht mal einen 100 Meter Lauf.

Eigentlich müsste es diesbezüglich im Tierschutzgesetz einen eigenen Paragraphen dafür geben, der da lauten soll:

        „… wächst der Arsch eines Reiters über die Sitzfläche des Sattels darüber hinaus, so ist eine reiterliche Verwendung des Pferdes durch diese Person zu unterlassen. Dies gilt für alle reiterlichen Sportarten und Sparten, sofern sie am Rücken eines Pferdes, unberührt deren Rasse und Alter ausgeführt werden.“

Wir reitmeister stehen zum Tierschutz. Ja ja, da müssen auch manchmal die scheinbar unbequemen und tabuisierten Themen angesprochen werden…

Horridoh und einen schönen Sommer wünscht Ihnen und Ihren Tieren,


                                    Ihr

                Alexander Gamper
Managing Direktor reitmeister.com

 

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 27 Juli 2010 )
 
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