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2010
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Editorial

Die „moderne“ Haflingerzucht

Samstag, 31 Juli 2010

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Geschrieben von Nicole Nendza - Tierphysiotherapeutin   
Montag, 26 Juli 2010
Für uns Menschen ist es selbstverständlich. Sportler werden sowohl im Training, als auch während bzw. nach Wettkämpfen physiotherapeutisch betreut. Aber nicht nur im Sport, sondern auch wenn wir Rücken-, Nackenschmerzen oder andere Probleme haben, die den Bewegungsapparat betreffen, begeben wir uns vertrauensvoll in die Hände eines Physiotherapeuten. Die Physiotherapie zählt zu den älstesten Heilmethoden. So nimmt sie auch in der Veterinärmedizin einen immer größeren Stellenwert ein.
Eingesetzt wird sie bei Beschwerden des Bewegungsapparates wie z.B. Arthrose, Spondylose, HD (Hüftgelenkdysplasie), Discopathie (Bandscheibenvorfall), Kreuzbandriss, Fraktrur, Lähmung (z. B. nach Autounfall) bei Hunden oder auch bei Pferden bei Rückenproblemen, Sehnen-, Bänder-, Muskelerkrankungen, Steifheit und Widersetzlichkeit beim Reiten, Lahmheiten unterschiedlicher Ursache (zuvor durch den Tierarzt abgeklärt). Nicht nur bei bereits vorhandenen Problemen kann die Physiotherapie helfen, auch im Sport, zur Leistungssteigerung und Minimierung des Verletzungsrisikos, findet sie zunehmend Anklang.
Nicole Nendza und Shake
Nicole Nendza und Shake

Zur Anwendung kommen beim Tier, wie auch beim Menschen die klassische Massage, Stresspunktmassage, aktive und passive Bewegungsübungen, Elektrotherapie, Thermotherapie, Hydrotherapie, Laser-, Magnetfeld-, Ultraschallbehandlungen oder auch die Lymphdrainage.

Massage: nimmt Einfluss auf Muskel-, Nerven-, Atmungs-, Kreislauf-, Verdauungssystem; wirkt durchblutungsfördernd, verbessert den Abtransport von Schlackstoffen, löst Verspannungen/Verklebungen in der Muskulatur.

Stresspunktmassage: beseitigt spezielle Muskelschmerzpunkte.

aktive Bewegung: z.B. isometrische Übungen zum Muskelaufbau oder Balanceübungen.

passive Bewegung: die Gliedmaßen werden vom Therapeuten passive durchbewegt, ohne dass der Patient etwas dazutut, z.B. zur Muskeldehnung; Bewegungsradius und Raumgriff der Gliedmaße werden vergrößert; die Durchblutung und somit die Nährstoffversorgung werden verbessert.

Elektrotherpapie: hier kommen verschiedene Stromformen zum Einsatz, die z.B. zur Durchblutungssteigerung oder auch zum Muskelaufbau eingesetzt werden.

Thermotherapie: hier wird eine bestimmte Wirkung auf den Organismus erzielt, in dem ihm Wärme zugeführt oder entzogen wird. Anwendung findet die Thermotherapie z.B. bei Schmerzen oder Entzündungen.

Hydrotherapie: hier kommt das Wasser z.B. in Form von Kneipp´schen Güssen oder Wickeln zum Einsatz. Ziel ist wiederum die Durchblutungsteigerung und die Linderung von Schmerzen.

Lasertherapie: hauptsächlich zur verbesserten Wundheilung und bei Entzündungen oder auch in der Laserakupunktur eingesetzt.

Ultraschall: zur Zeit eines der wirksamsten Tiefenwärmeverfahren, eingesetzt gegen Schmerzen und Entzündungen.

Magnetfeld: wirkt durchblutungsfördernd und regt den gesamten Stoffwechsel an, so dass Heilungsprozesse beschleunigt werden.

Lymphdrainage: unterstützt den Abtransport von Flüssigkeitsansammlungen, Ödemen.

Ziel der Physiotherapie ist die Linderung von Schmerzen und die Wiederherstellung bzw. der Erhalt einer optimalen Beweglichkeit.
Die Physiotherapie sollte jedoch nicht als Ersatz für die Veterinärmedizin gesehen werden, sie sollte ergänzend und in enger Zusammenarbeit mit dem Tierarzt erfolgen.

Die Bezeichnung Tierphysiotherapie ist nicht geschützt, daher kann sich jeder auch ohne fundierte Ausbildung Tierphysiotherapeut nennen. Natürlich sind gewisse Dinge auch nur für den Hausgebrauch zu erlernen, ohne gleich die komplette Ausbildung absolvieren zu müssen, dennoch sollte die Behandlung eines Tieres, sofern bereits ein Problem besteht, von einem ausgebilteten Therapeuten erfolgen. Wer also auf der Suche nach einem geeigneten Therapeuten ist, sollte sich entweder bei Verbänden oder Ausbildungsinstituten erkundigen (hier gibt es Therapeutenlisten) oder seinen Tierarzt fragen. (Ausbildungsinstitut für Tierphysiotherapeuten: FAT in Gelsenkirchen, Verband für Tierheilpraktiker und Tierphysiotherapeuten: DGT)

Wie im Humanbereich, richtet sich die Behandlungsdauer bzw. -häufigkeit auch im Veterinärbereich nach der jeweiligen Erkrankung. So sind zum Beispiel für die Behandlung eines Kreuzbandrisses durchschnittlich 8-10 Behandlungen nötig, wobei zwei Behandlungen pro Woche stattfinden.
Letzte Aktualisierung ( Montag, 26 Juli 2010 )
 
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